| Januar 2011 |
| Der Wrangelkiezwanderer - 2011 | |
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Die Temperaturen sanken wieder unter den Gefrierpunkt und es erschien uns viel kälter. Das Licht war spärlich, aber für ein paar Impressionen aus dem Besten aller Wrangelkieze hat es noch gereicht. Also Woche, nun wird zurückgeblickt.
Aus dem Winterschlaf erwacht scheinen die Vandalen. Dass sie überhaupt Winterschlaf halten, konnte ich nur aus dem langen ‘Überleben’ des Zauns am Görlitzer Teich schließen.
Den WInter hier verbracht haben die Schmutzfinken. Bei den hohen Temperaturen letzter Woche, dachten wir schon, die Fluten würden deren Hinterlassenschaften gnädig verschlingen.
Nun ja, wir leben in schlimmen Zeiten und früher war alles besser. Früher gab es zum Beispiel noch Kunst im Park. Hier eines meiner liebsten Stücke. Es bestand aus 68 frei drehbaren Betonscheiben. Auf deren Stirnseite waren die Buchtaben, Ziffern und Sonderzeichen eingegossen. Durch Verdrehen der Scheiben konnte man Worte oder kurze Sätze und Nachrichten hinterlassen.
Ein Ausschnitt:
Die schwarz-weiß Bilder stammen aus dem Jahre 1993. Im schlimmen Jahre 2011 ist von diesem netten Mach-mit-Kunstwerk nichts mehr zu ahnen.
Doch das ist kein Werk der Neuzeit. Dumme Kraftmaxe hat es immer schon gegeben. Im Jahre 2001 wurde ein Teil der ehemaligen Eisenbahnbrücke über den Landwehrkanal abgebaut. Bei unserem Kunstwerk waren sie auch schon fast fertig.
Tja, die Zeiten waren wohl gar nicht besser. Was sich mit jedem Tag verändert, ist der Grad der Gewinnschöpfung. Alles wird immer mehr zum Geschäft. Dabei ist in vielen Herzen der Tanz ums Goldene Kalb nur eine Extrarunde im Hamsterrad und etwas weniger Aufregung und mehr Wärme wären durchaus willkommen.
Zum nächsten Kiezwandererer hoffe ich noch, ein paar interessante Negative zu finden und einzuscannen. Zwei Kunstwerke sind über die Zeit noch zerschollen - beim nächsten Mal gibt es eines davon zu sehen und nicht mehr zu sehen. ∗ ∗ ∗
17.-25.01.2011 Schmuddelwetter im schönsten aller Wrangelkieze. Die Erde entfernt sich nun auf ihrer Bahn wieder von der Sonne - fast ohne dass wir sie in ihrer größtenGröße gesehen hätten.Immer nur Wolken, Wolken und Wolken. Aber auch jetzt lohnt sich noch der Blick nach oben.
Unten gibt es ja bei jedem Wetter eine Portion Streetart in verschiedenen Stadien des Vergehens.
Bei dem milden Wetter bilden auch die, auf dem Bürgersteig ausgestellten, Waren manch nettes Stilleben. Aus einem blickt ‘der King’ amüsiert auf das Treiben. Aber was wäre eine Woche ohne einen Gang durch unseren Görlitzer Park. Dort findet das geneigte Auge immer ein visuelles Kleinod, das die Seele stärkt.
Am Durchgang zur Falckensteinstraße wurde der ‘Schmuckgarten’ getrimmt. Hier ohne Motorgeräte und vor der Brut der Vögel. Schön, dass es auch so geht. Beim Schaffen haben sie dort wohl keine Tüten voll Gras gefunden.
Am Teich hat sich auch etwas getan: Der Bauzaun wurde entfernt. Nun sieht das Ganze doch einladender aus.
Als der Görlitzer Platz gebaut wurde, haben einige Kunstwerke darauf Platz gefunden. Einige haben die Zeit gut überstanden, andere wurden bald zerstört. Ohne dass ich ihre Namen oder die ausführenden Künstler gekannt habe, so hat mir die Idee doch gefallen und ich habe einige davon abgelichtet. Das ist eines davon:
Am östlichen Rand der zentralen Senke (der ‘Kuhle’) finden wir diese drei Kreise aus Metall. Sehr schlicht, sehr nichtssagend, sehr ruhig - aber das war nicht immer so. Vor Jahren gab es Tage, an denen dieses Werk in Aktion zu sehen war: Die drei Kreise können/konnten sich drehen. Die Aussage darin möge jeder selber finden...
In der nächsten Ausgabe werde ich ein besonders beliebtes Kunstwerk vorstellen, das auch die Vandalen besonders anzog. ∗ ∗ ∗
01.-16.01.2011 Ich hoffe, ihr seid gut ins neue Jahr gerutscht. Gelegenheit hatten wir ja. Das Tau-
Auch im Park wich der Schnee einer unangenehmen Eisfläche.
Aber langsam wurde das Eis immer dünner und die spärliche Sonne erreichte wieder den Erdboden.
Noch erscheinen unter der kalten Kruste die Zeugen des Vorjahrs. Aber sie machten Lust auf den Frühling.
Leider zeigen nun auch die liegengebliebenen Hinterlassenschaften der letzten Wochen gemeinsam ihr Gesicht. Echt eklig.
Gar kein Verständnis habe ich für die Hirnis, die die Mülleimer auftreten. Das muss ein tolles Gefühl sein, so einen Eimer aufzutreten und den Müll sich ergießen zu sehen. Dabei wette ich, dass diese Honks morgens länger vor dem Spiegel stehen, als ihre Schwester ;)
Das einzig positive an diesem Bild ist die Anzahl der eingetüteten Hundehaufen. Das ist echt besser geworden. Vielen Dank an die verantwortungsbewussten Hundebesitzer. Ich danke auch denen, die es nur des drohenden Bußgeldes wegen machen.
Die Streetartists stören Bußgelder bekanntermaßen nicht, dafür sind viele ihrer Werke auch schöner als ein Hundehaufen.
Die werden die laue Luft nicht produziert haben. Aber irgendwie unnormal ist, nach dem frostigen Auftakt im Dezember, die Wärme schon.
Am letzten Wochenende gab es wieder Film, Vortrag und Futter im Eiszeit- Kino. Diese monatliche Reihe gewinnt doch langsam ihr Publikum. Diesmal gab es eine Komödie aus dem jungen Israel. Ein derber Spaß, der die Probleme der israelischen Bevölkerungsmischung überspitzt zeigte. Leider hatten sich kaum Zuschauer vorangemeldet, so dass die Menge der Speise nicht abzuschätzen war.
Anfang März wird es wohl “Spur der Steine” und im April womöglich “1,2,3” geben. Falls Ihr Interesse habt - das wöchentliche Programm findet ihr auf diesen Seiten. Und Anmelden wäre prima.
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