| Geschichte des Wrangelkiez: 1989 bis heute |
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Mit dem Mauerbau (13.08.1961) wurde dieses ehemals belebte Gebiet in eine Randlage gedrängt. Bis zur Wende lebten hier Menschen, die die Ruhe und Abgeschiedenheit des von Wasser und Berliner Mauer umgebenen Gebietes bewusst als Wohnort gesucht hatten. Es ließen sich viele Künstler, Kreative und Studenten hier nieder, die den günstigen Wohnraum, günstige Läden, die sozialen Netzwerke und das 'MultiKulti' des Kiezes suchten und fanden. Hier konnte man, dank der Bebauung mit mehrhöfigen Altbauten noch unter einem Dach leben und arbeiten. Seit dem Mauerfall ist der Wrangelkiez einem stetigen Umbruch unterworfen. Der Umbruch vollzog sich anfangs eher langsam, aber in den 1990er-Jahren wandelte sich mit der stadträumlichen Lage auch das Image des Kizes. Plötzlich war der Wrangelkiez nahe an Mitte gerückt. Die Häuser mit Spreelage waren und sind begehrt. Allerdings konnte sich die kleinräumige Gewerbestruktur vor allem in der Wrangelstraße und rund um das Schlesische Tor erhalten.
Auch die Görlitzer Straße, mit ihrer Lage direkt am Görlitzer Park entwickelte sich. Hier ließen sich bevorzugt Cafes und Restaurants an.
Die Schlesische Straße, die Haupverbindung von Treptow durch den Wrangelkiez nach Mitte entwickelte sich zur Ausgeh- und Partymeile. Hier siedelten sich Clubs, Bars, Platten- und Modelabel an.
Vor allem die alten Gewerbehöfe am Spreeufer und die wenigen noch freien Grundstücke im Wrangelkiez konnten dem Interesse der 'Immobilienhaie' nicht entgehen. Einer der ganz Großen dieser Branche, die IVG Immobilien AG, wollte auf der 10 000 Quadratmeter großen Brache an der Schlesischen Straße / Ecke Cuvrystraße ein Einkaufzentrum, den 'Neuen Spreespeicher', errichten. Dort sollten auf 36 000 Quadratmetern Nutzfläche ein Hotel, Luxus-Lofts, Gastronomie und Ladengeschäfte eröffnen. Das hätte für viel Ladenbesitzer im Kiez das AUS bedeutet.
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